Schneeschlieren

„Wenn man die Augen schließt,
hört sich der Wind fast wie Meeresrauschen an“,
denke ich mir, während die Gondel fährt
und sich der Schnee auf dem Hang vermehrt.
Ich betrachte die dicken Flocken auf meinem Handschuh:
Schaust du gerade auch dem Schnee beim Fallen zu?

Denkst du dann auch daran, dass die Flocken so einzigartig wie Fingerabdrücke sind
und willst du sie mit der Zungenspitze fangen wie früher als Kind?
Oder machst du das immer noch
und bist für Normatives blind?

Meine Gedanken schweifen ab und streifen das Fensterglas,
den Berg kann ich nur noch erahnen,
weil das Weiß ihn verschüttet hat.

Ein paar Tannen stemmen sich wacker den Böen entgegen
und wissen, sie werden auch diesen Winter überstehen.

Lächelnd leere ich die heiße Milch mit Honig,
mein Blick streift noch einmal die Nadelbäume
„Eure Zuversicht nehm‘ ich mir mit -
und zum-aus-dem-Fenster-starren, Freiräume“.